Das Glück ist heute nur begrenzt auf unser Seite, nach weiteren 20 km setzt der Regen ein, es sind um die 6 Grad und der stetige Nieselregen sorgt dafür das wir trotz Funktionskleidung zunehmend durchnässen, Die Schuhe so oder so, das sie von unten zur Belüftung ja offen sind. Die Temperaturen sorgen für den Rest. Die Motivation sinkt auf den Nullpunkt, Jan kämpft mit Schmerzen in der Achillessehne, wir müssen das Tempo weiter drosseln und fahren jetzt so nen 28iger Schnitt. Auch bei mir fängt es an überall zu ziepen und der Hintern will auch nicht mehr auf dem Sattel sitzen. Die nächste Versorgungsstation bei rund 120km lassen wir aus, um nicht auszukühlen.


Der Wendepunkt des Sees ist erreicht und es geht wieder nordwärts. Unterwegs ist man die ganze Zeit mit anderen Radfahrern zusammen und da sind auch immer wieder verrückte Leute dabei. Hollandräder, Perücke und Radio, auch viele ältere Herrschaften - großen Respekt -. Dann auch noch ein Trupp Amerikaner aus Montana. Eine wirklich international Veranstaltung. Auf den Versorgungsstationen ist das Essen leider nicht berühmt, auf jeder gibt es dasselbe. Kaffee, Tee, Wasser und Isotonische Getränk, Banane, weiche Brötchen mit Kardamon und Zimt, Salzgurken und warme Blaubeersuppe. Da ist die Auswahl bei der schlechtesten RTF in Deutschland besser. Ansonsten ist alles super organisiert. Gute Beschilderung und Hilfskräfte die den Weg leiten, Servicefahrzeuge sind immer wieder unterwegs. Bei 210km ist meine Stimmung auf dem Nullpunkt mir ist schweinekalt und ich bin durchnässt. Ich setzte darauf das bald die Sonne aufgeht und es vielleicht ein wenig wärmer wird. Auf der Ostseite des Sees sieht man auch langsam die Morgenröte, aber über uns ist der Himmel dunkel, schwer und es regnet ununterbrochen. Die Hoffnung stirbt zum Schluß.




















Wir quälen uns weiter und langsam mit jedem Hinweis auf die zu fahrende Reststrecke kommt die Energie und Motivation zurück. Die letzten 50 km hatte man uns vorgewarnt, es kommen noch einmal einige Höhenmeter auf uns zu, aber auch die werden wir jetzt noch abreiten, um dann 20km vor dem Ziel uns zum letzten Mal stärken und mit letzter Energie und noch einmal anziehendem Tempo zu finishen. Es ist geschafft - Väternrundan Finisher 2010.
















Wir sind müde, kaputt aber unsagbar stolz. 10:45 Fahrtzeit, 27iger Schnitt. Transponder abgeben, Medaille in Empfang nehmen und schnell zurück auf dem Campingplatz und man glaubt es kaum die Sonne kommt raus und wärmt uns wieder auf. Beim Zelt angekommen schnell was trocknes anziehen, kühles Finisher Bier und ab in den Schlafsack.













Wir sind alle kaputt. Frank war natürlich schon da, er hat die Strecke in 9:30 gemacht, Hut ab Frank. Abends um 16:00 kommen die Lebensgeister zurück und es gibt nur einen Gedanken -  Fleisch. Wir mit dem Auto wieder nach Motala rein, kaufen noch Vättern T-Shirts und verzehren im Restaurant leckeres Steak. Zurück auf dem Campingplatz gibt es noch Bier, ein Whiskey und dann ab ins Bett. Nun sitzen wir seit 8:00 im Auto auf der Rückreise, die Stimmung ist gut und wir sind alle stolz darauf, diese Leistung gebracht zu haben und das unter diesen Bedingungen.

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