Überall Radfahrer, Absperrungen, Polizei und gespannte Hektik. Im Startblock gilt es noch ca. 45 Minuten warten, doch dann tut sich endlich was und wir rollen langsam Richtung Zeitnehmer Tor unten am Wallringtunnel. Harald übernimmt sofort in altbekannter Manier die Aufgabe uns mit seinem treffsicheren Blick aus dem Gedränge in einigermaßen freies Feld im Freihafen zu ziehen. Klar der Tacho zeigt sofort einen 45iger Schnitt an, Tim, Stefan und Frank übernehmen und wir fahren in perfekter Linien Präzision mit hohem Tempo an allen vorbei.
























Im Nachhinein stellt sich raus das sich 2 schnelle Gruppen im Erler+Pless Cycling Team bildeten. Die vordere mit Tim, Frank, Stephan, Rouven, Dietrich, Dirk, Harald und mir und eine zweite mit Andreas, Heiko, Kirsten, Elmar, Jochen, Christian und Timon. In unsrer Truppe ging es mit harten Tempo weiter, aber was beschwere ich mich, ich wollte doch einen 40iger Schnitt, spukt es in meinem Kopf. Das Tempo war so hart, dass man sich sogar genau überlegen musste, wann man mal etwas trinkt, denn die Folge war, dass man ein paar Sekunden wieder ans Feld ranziehen mußte.


In dieser Formation, ohne das Tempo rauszunehmen, rasten wir an allen vorbei, realisierten nur immer wieder in den Dörfern, die bewundernden Zurufe der Zuschauer, da wir wie einen Dampflok an allen vorbeizogen. Andere schnelle Fahrer hängten sich bei uns rein, somit waren wir die Dampflok im Pelothon. Tim, Stefan und Frank teilten sich immer wieder die Führungsarbeit und ich war froh, das ich dran blieb, mein Puls permanent am Limit. Im letzten Drittel wurde es zunehmend schwierig als Gruppe zusammen zu bleiben, viele enge Dorfdurchfahrten mit dichten Gedränge, kurze Rampen, und nachher die schnelle Abfahrt am Ehestorfer Heuweg. Das Team riss auseinander.













































Tim gab vorne noch einmal richtig Gas, Stefan, Frank, setzten hinterher Rouven, Dirk, Harald und ich bildeten jetzt unseren altbekannten Trupp. An der Köhlbrandbrücke trennt es sich noch einmal weiter auf. Ich war inzwischen schon ordentlich am Limit angelangt und kämpfte mich alleine, aber trotzdem nicht langsam die Brücke hoch. Oben angekommen gab ich mir erst einmal meinen letzten Shot - Cola mit Red Bull.


Mit schweren, übersäuerten Beinen ging es weiter, irgendwann blickte ich auch wieder Harald. Mitten im Freihafen dann ein rauschend zischendes Geräusch, die Profis kamen uns entgegen, mit allem drum und dran, Servicewagen, Polizei - und das Pelothon war entspannt am klönen - scheiße - und ich war fertig. Endspurt. Ich wieder an Harald dran, am Balindamm ruf ich ihm noch zu, das mein Motor gleich platzt und dann plötzlich kurz vor der Musikhalle, am Ende vom Valentinskamp " Stop".


Das gesamte Feld muss warten, denn die 155km kommen rein, die Stimmung kocht. Man stelle sich vor, der Puls auf 170, total fertig, das Ziel in Steinwurf Nähe, alles läuft. Die Gemüter kochen - beschwichtigende Stimme- die Zeit wird euch gutschrieben - wie denn? Absperrung wieder hoch, alle sprinten los Gedränge und Verdrängung, ab in die Mönckebergstrasse - tosender Lärm, tausende Zuschauer, letzer Sprint und es ist geschafft.


Die Beine schmerzen, Tränen in meinen Augen, die Kinder in meinen Gedanken. Rollen in die Steinstraße zur Transponderabgabe und das ist auch das großartige an dieser Veranstaltung, beim Stehen in der Schlange stellt sich raus, dass ich die letzten Kilometer mit einer Kundin von uns gemeinsam gefahren bin - Super.


Bei Ansons in der Mönckestraße treffen nun alle Stück für Stück ein, wir fallen uns die Arme tauschen erste Erfahrung aus, das Team um Lewis macht uns einen tollen Empfang.


2 Stunden später treffen wir uns zum Grillen bei Severine und Harald beim Grillen, das Erler+Pless Cycling Team Banner hängt und es gibt Würstchen und Weizenbier, um die verbrannten 4500 Kohlenhydrate wieder aufzufüllen und dann kommt die Nachricht -  Platz 6 bei den Firmenteams, vor dem Stevens Team - Prost wir sind alle glücklich, unser besondrer Dank geht an Tim, Stephan und Frank. Und nächstes Jahr ? Wir werden berichten....    


Weitere Impressionen dieser Tour siehe hier, hervorragend fotografiert von Charlotte Rosendahl, einen ganz lieben Dank an dieser Stelle.

Wer Interesse hat, hier mal mein Puls, Geschwindigkeit, Trittfrequenz und die Strecke als Map.


Video von den letzten 15km der Profis (folgt in Kürze)